Inflation sinkt wegen Rekordernte

Die erhebliche Verlangsamung der Inflationsrate im ersten Herbstmonat ist hauptsächlich auf  temporäre Faktoren wie ein hoher Ernteertrag und die Stärkung des Rubels zurückzuführen, wie die Russische Zentralbank in einer Analyse „Dynamik der Verbraucherpreise“ bekannt gab.

Die Rekordernte bei Getreide und Hülsenfrüchte und Zuckerrüben trug zu einer deutlichen Verringerung des jährlichen Preisanstiegs bei Lebensmitteln bei. Eine gewisse Rolle dabei spielten klimatische Effekte – durch die verspätete Ernteperiode verlagerte sich die Ernte in den September. Infolgedessen sanken die Preise für Obst- und Gemüseprodukte im Vergleich zum September 2016 um 2,4 Prozent.

Im September setzten sich die jährlichen Wachstumsraten der Preise für Non-Food-Produkte weiter fort, unter anderem unter dem Einfluss der Aufwertung des Rubels. Die Kosten für Dienstleistungen haben sich jedoch etwas erhöht (hauptsächlich aufgrund der Preisdynamik für Dienstleistungen im Bildungsbereich). Dies könnte ein Anzeichen dafür sein, dass die Bereitschaft der Verbraucher zu höheren Ausgaben zunimmt.

Die derzeitige Inflationsdynamik liefert die Voraussetzung für eine weitere Reduzierung der Inflationserwartungen. Im September haben sie sich im Vergleich zum August praktisch nicht verändert und bleiben auf einem historisch geringen Niveau.

Die Inflationsprognose der Russischen Zentralbank für das Ende dieses Jahres kann nach unten revidiert werden. Es wird jedoch vermutet, dass die Inflation im Dezember nicht unter das derzeitige Niveau fallen wird. In Zukunft wird die Inflation nach Erschöpfung des Einflusses von temporären Desinflationsfaktoren um vier Prozent schwanken. Bei der Realisierung der Geldpolitik wird die Russische Zentralbank die mittelfristigen Risiken einer abweichenden Inflation vom Ziel sowohl nach oben als auch nach unten berücksichtigen.