In Moskau und Köln wurden Hunderte positive Dopingtest bei Nachkontrollen entdeckt

Moskau. Doping mit Anabolika gilt in Fachkreisen als aus der Mode gekommen. Ein neuer Test legt aber den Schluss nahe, dass es in Sportlerkreisen noch weit verbreitet ist. Nachtests in Moskau und Köln produzierten eine einmalig hohe Zahl positiver Ergebnisse.

Zwei europäische Doping-Kontroll-Labore haben offenbar eine neue Nachweismethode für das Anabolikum Oral-Turinabol und die Substanz Stanozolol entwickelt. Mit dem Verfahren seien in Moskau und    Köln bei Nachtests eines nicht näher genannten Athletenkreises Hunderte von Proben positiv ausgefallen, berichtet die ARD-Sportschau. Eine solch hohe Zahl von positiven Testergebnissen auf einen Schlag habe es in Laboren bisher nicht gegeben.

„Mit dieser Nachweismethode haben wir jetzt rund 100 Urinproben positiv getestet, die noch vorher als negativ gemessen worden wären“, sagte Grigorij Rodtschenko, Leiter des Moskauer Labors, der ARD. Oral-Turinabol hatte einst zu gravierenden Gesundheitsschäden bei ehemaligen DDR-Sportlern geführt. Der Kölner Laboranalytiker Hans Geyer sprach sich für baldige Nachtests von eingefrorenen Proben sportlicher Großereignisse aus.

Der Medizin-Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Arne Ljungqvist, unterstrich diese Forderung. „Dieser Fall ist ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit, Nachtests der Olympischen    Dopingproben durchzuführen. Hier würde ich sicher Nachtests durchführen. Dafür haben wir ja das Mandat“, sagte Ljungqvist.

Quelle: n-tv.de

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