Einiges Russland fällt in zwei Umfragen auf rund 33 Prozent

Einiges Russland fällt in zwei Umfragen auf rund 33 Prozent

Die russische Regierungspartei Einiges Russland hat in den wöchentlichen Umfragen der Institute FOM und WZIOM deutlich an Unterstützung verloren. Beim Fonds Öffentliche Meinung sank ihr Wert auf 33 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Februar 2022. Das staatliche Meinungsforschungszentrum WZIOM ermittelte nahezu gleichzeitig 32,7 Prozent.

In beiden Erhebungen wurden die Teilnehmer gefragt, welcher Partei sie ihre Stimme geben würden, wenn am kommenden Sonntag Wahlen zur Staatsduma stattfänden.

Bei FOM fiel Einiges Russland innerhalb einer Woche von 36 auf 33 Prozent. Eine Woche zuvor hatte sich die Partei noch leicht verbessert. Nach Angaben von Kommersant ist der neue Wert der niedrigste, den FOM seit Beginn des Krieges in der Ukraine für die Regierungspartei gemessen hat.

FOM befragte vom 17. bis 19. Juli insgesamt 1.500 Erwachsene in 97 Städten und ländlichen Ortschaften aus 51 russischen Regionen. Die Interviews wurden persönlich in den Wohnungen der Befragten geführt. Das Institut gibt die maximale statistische Fehlertoleranz mit 3,6 Prozentpunkten an.

Auch bei WZIOM ging die Zustimmung deutlich zurück. Dort verlor Einiges Russland innerhalb einer Woche 2,6 Prozentpunkte und fiel von 35,3 auf 32,7 Prozent. Der Wert liegt allerdings knapp über den 32,6 Prozent, die das Institut bereits Ende Juni ermittelt hatte. Anders als bei FOM handelt es sich somit nicht eindeutig um ein neues Langzeittief.

Die Kommunistische Partei verbesserte sich in der WZIOM-Erhebung von 10,1 auf 11,9 Prozent. Die Partei Neue Menschen kam auf 10,5 Prozent, die LDPR auf 9,6 Prozent. Für Gerechtes Russland – Patrioten – Für die Wahrheit entschieden sich 5,4 Prozent der Befragten. Weitere 9,5 Prozent nannten eine der nicht im Parlament vertretenen Parteien.

Dabei lassen sich die Werte der einzelnen Institute nur eingeschränkt miteinander vergleichen. FOM führt persönliche Interviews mit 1.500 Teilnehmern durch. WZIOM arbeitet mit einem kombinierten Verfahren aus Telefon- und persönlichen Befragungen und einer größeren Stichprobe. Aussagekräftiger als die absoluten Werte ist daher die jeweilige Entwicklung innerhalb einer Erhebungsreihe.

Putins Werte erholen sich

Bemerkenswert ist, dass der Rückgang der Regierungspartei nicht mit einem weiteren Einbruch der persönlichen Werte von Präsident Wladimir Putin einherging. Diese erholten sich nach den deutlichen Verlusten der Vorwoche teilweise wieder.

Laut FOM bewerteten 70 Prozent der Befragten Putins Arbeit positiv – vier Prozentpunkte mehr als eine Woche zuvor. Das Vertrauen in den Präsidenten stieg leicht auf 68 Prozent. Zuvor war seine Zustimmung bei FOM innerhalb einer Woche um fünf Punkte auf 66 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit Februar 2022.

WZIOM verzeichnete ebenfalls eine leichte Stabilisierung. Die Zustimmung zu Putins Amtsführung stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 65,3 Prozent. Beim persönlichen Vertrauen in den Präsidenten ermittelte das Institut 71,1 Prozent.

Die Umfragen zeigen damit unterschiedliche Entwicklungen für Präsident und Regierungspartei. Während sich Putins persönliche Werte nach dem starken Rückgang der Vorwoche teilweise erholten, verlor Einiges Russland bei beiden Instituten nahezu gleichzeitig.

Kein entsprechender Aufstieg der Opposition

Von den Verlusten profitiert bislang keine einzelne Oppositionspartei in vergleichbarem Umfang. Kommunisten, LDPR und Neue Menschen liegen bei WZIOM dicht beieinander, aber jeweils nur um zehn Prozent. Ein Teil der abgewanderten Unterstützung verteilt sich auf kleinere Parteien, Nichtwähler und unentschlossene Befragte.

Einiges Russland bleibt deshalb mit großem Abstand stärkste politische Kraft. Zusammen erreichen die drei nächstplatzierten Parteien in der aktuellen WZIOM-Umfrage allerdings ungefähr denselben Wert wie die Regierungspartei allein.

Aus einer einzelnen Wochenbewegung lässt sich noch keine dauerhafte Verschiebung ableiten. Zumal die Veränderungen bei FOM teilweise innerhalb der statistischen Fehlertoleranz liegen. Dass zwei große russische Institute zeitgleich einen Rückgang auf nahezu denselben Wert messen, verleiht dem Ergebnis dennoch zusätzliches Gewicht.

Die entscheidende Frage wird sein, ob sich Einiges Russland in den kommenden Wochen wieder erholt oder sich die Unterstützung dauerhaft um 33 Prozent einpendelt. Zunächst deuten die Zahlen darauf hin, dass die persönliche Bindung vieler Russen an Putin deutlich stärker geblieben ist als ihre Bereitschaft, auch seiner Partei die Stimme zu geben.

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