Ein langjähriger Partner

Archiv_Putin_Karimow_160623_kremlinArchiv_Putin_Karimow_160623_kremlin
image_pdfimage_print

Da Usbekistan – wie aus dem nachfolgenden Artikel deutlich hervorgeht – schon immer den Begierden des Westens ausgesetzt war und in Moskau „zufällig jetzt und in ganz allgemeiner Form“ über „farbige Revolutionen“ diskutiert wird, könnte jetzt nach dem Tod des usbekischen Staatspräsidenten Islam Karimow ein neuer Unruheherd – ganz nach dem Schema Ukraine – entstehen.
Es ist angebracht, sich die kurze neuere Geschichte und die Politik Usbekistans nach dem Zerfall der UdSSR vor Augen zu führen.
[hmw/russland.news]

Mit Sorge beobachten deutsche Außenpolitiker den beginnenden Machtkampf um die Nachfolge des schwer erkrankten [jetzt gestorbenen, hmw] usbekischen Staatspräsidenten Islam Karimow. Karimow stand für eine Außenpolitik, die Usbekistan zwischen West und Ost zu positionieren suchte.

Zu den Kräften, die nun in Taschkent an die Macht drängen, gehören auch solche, die eine vorrangige Orientierung nach Russland anstreben. Die Ausrichtung des bevölkerungsreichsten zentralasiatischen Landes ist nicht zuletzt von Bedeutung, weil Berlin und die EU sich zur Zeit einmal mehr bemühen, Erdgaslieferungen aus Zentralasien an Russland vorbei in die EU zu ermöglichen. Usbekisches Gas käme dafür auch in Frage.

Zu Karimows repressivem Regime unterhält die Bundesregierung seit vielen Jahren enge Beziehungen auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Feld. Zuletzt hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei seiner Zentralasienreise im April dieses Jahres Usbekistan zu einem „Schlüsselland“ der Berliner Außenpolitik in der Region erklärt.

Folter durch die usbekischen Repressionsbehörden und das Massaker von Andijan im Mai 2005, bei dem Polizisten und Militärs hunderte Demonstranten umbrachten, standen der Berliner Kooperation mit Taschkent nie entgegen.

weiter bei german-foreign-policy >>>>>>>>>>>>