Charkow: Bewaffneter Angriff auf prorussische Demo [mit Video]

Mutmaßliche nationalistische Rechtsradikale eröffneten das Feuer auf Antimaidan-Demonstranten in der Ostukraine - mehrere auch schwer Verletzte

Nach übereinstimmenden Meldungen mehrerer örtlicher Online-News wurde heute eine prorussische Großdemonstration in der ostukrainischen Stadt Charkow von unbekannten Bewaffneten angegriffen.

Die Angreifer kamen gemäß der örtlichen Nahnews Charkow nach der Kundgebung in einem Volkswagen-Minivan mit Kennzeichen aus Dnjepropetrowsk und eröffneten sofort das Feuer auf einen Bus, mit dem Antimaidan-Demonstranten den Ort des Geschehens verlassen wollten. Weitere Angriffe erfolgten gemäß der der Onlinezeitung Oplot (ebenfalls aus Charkow) mit Baseballschlägern. Mehrere Demonstranten wurden bei dem Anschlag schwer verletzt. Es sollen nach verschiedenen Meldungen 7-10 Angreifer gewesen sein. Nach den Urhebern fahndet aktuell die ukrainische Polizei. Vermutet werden hinter dem Anschlag gemäß der Oplot Aktivisten des westukrainischen neonazistischen „Rechten Sektors“, der auch beim Euromaidan einen großen Anteil der gewaltbereiten Demonstranten lieferte. Auch Opfer, die den Angreifern gegenüber gestanden hätten, teilten diese Vermutung.

In den letzten Tagen kam es in mehreren Süd- und Ostukrainischen Städten zu prorussischen Unruhen (russland.TV berichtete). Die neue Regierung in Kiew versucht, diese mit einer Politik der „harten Hand“ und dem Austausch zahlreicher Offizieller durch linientreue Euromaidaner einzudämmen, bringt die örtliche Bevölkerung jedoch gegen sich mehr und mehr auf. Diese Situation wird von den westlichen auch deutschen großen Medien bewusst ignoriert, da sie die von ihnen offen unterstützten Euromaidan-Regierung in keinem guten Licht erscheint – wenn der harte Kurs nicht sogar insgeheim unterstützt wird.

Die heutige prorussische Demonstration in Charkow hatte nach Schätzungen der örtlichen Medien etwa 15.000 Teilnehmer, die Parolen riefen wie „Die Russen sind unsere Brüder“, „Volksabstimmung!“ „Der Faschismus wird nicht siegen“ oder „Wir unterstützen die Krim“. Hier Aufnahmen der Demo von einem örtlichen Sender:

Eine zentrale Forderung der Demonstranten war ein Referendum auch in Charkow über eine Abspaltung der Region von der Ukraine. Der Anschlag auf die Demonstration wird die Situation vor Ort mit Sicherheit weiter anheizen. So wurden auch bereits Zusammenstellungen von gewalttätigen Rechten-Sektor-Anhängern beim Euromaidan nochmals neu „zusammengestellt“. Ein Zeichen für eine neue Eskalation – außerhalb der Krim. Am Montag wird der Euromaidan-Politiker Klitschko nach Charkow reisen. Er wird vielen Einwohnern nicht sonderlich willkommen sein.