Le Pen bei Putin [Video]

Zum gestrigen Besuch der rechten französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen beim russischen Präsidenten Putin im Moskauer Kreml zeigen wir einen zentralen Auszug der Ausführungen Putins.

In Moskau war die Politikern jedoch eigentlich auf Einladung der Russischen Staatsduma, dem Parlament, auch wenn die Stipvisite bei Putin der mit Abstand schlagzeilenträchtigste Teil ihrer Reise war.

https://www.youtube.com/watch?v=i2pfL2jxeeU




Russland plötzlich Mainstream-Hit? [Video]

In einer Zeit, in der selbst treue Transatlantiker sorgenvoll über den großen Teich nach Washington schauen, entdecken plötzlich deutsche Mainstream-Journalisten, dass man über Russland nicht nur negative bis feindliche Berichte schreiben kann.

Kaum entdeckt die Kapitalistenfront auf´s neue Verdienstmöglichkeiten im Osten, ist mit Seehofer auch schon ein „Vorreiter“ der „neuen“ „Ostpolitik“ zur Stelle, der einen kleinen Halbversöhnungsbesuch bei Putin macht. Das ist auf jeden Fall eine gute Portion Stoff für eine Folge unserer Anna Nikonova.

https://www.youtube.com/watch?v=9pAsM034vjw




Satelliten über dem Donbass

Die Europäische Kommission hat in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass sie der OSZE drei Millionen Euro zur Verfügung stellt, mit denen die Satellitenüberwachung der Waffenstillstandslinie zwischen den Donbassrepubliken und der Ukraine finanziert werden soll.

„Die europäische Kommission hat heute im Namen der europäischen Union ihre nachdrückliche Unterstützung für die Beobachtermission (SMM) der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ukraine, deren Mandat vor kurzem erweitert wurde, zur vollständigen Umsetzung der Minsk-Vereinbarungen, erneuert.
Diese drei Millionen Euro sollen durch die Überwachung mit Satelliten der OSZE helfen und zu Frieden und Stabilität beitragen.“

„Der Einsatz von Satellitenbildern ermöglicht eine genauere Überwachung der Bereiche, zu denen die Beobachter leider überwiegend noch keinen Zugang haben und auch einen effizienteren Einsatz der Beobachter im Allgemeinen“, sagte die Hohe Vertreterin/Vizepräsidentin Federica Mogherini.

„Diese neue Unterstützung unterstreicht erneut das Engagement der Europäischen Union für die volle Achtung des Minsker Abkommens, das die beste Chance für eine friedliche und nachhaltige Lösung des Konflikts in der Ukraine bietet, [eine Lösung] die auf Respekt für ihre [der Ukraine – hmw] Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität beruht“, so die Mitteilung der Europäischen Kommission.

Satellitenbilder sind nach wie vor ein wesentliches Planungs- und Analysewerkzeug, vor allem, weil es der Speziellen Überwachungsmission ermöglicht, breite Bereiche abzubilden, die für ihre Beobachter unzugänglich sind, und über Infrastrukturschäden sowie über die Anwesenheit und Bewegung von Personen und Geräten berichten.

[hmw/russland.news]




Russland, Behinderte und der European Song Contest

[Ulrich Heyden] Die Behinderten in Russland waren immer eine Randgruppe. Jetzt rücken sie immer mehr in die Öffentlichkeit

Hat Russland „provoziert“, indem es die Rollstuhlfahrerin Julia Samoilowa für den European Song Contest (ESC) nominierte? Hat Moskau eine behinderte Sängerin zum ESC geschickt, wohl wissend, dass die Ukraine die Kandidatin nicht einreisen lassen wird, weil Samoilowa 2015 ohne Genehmigung Kiews auf die Krim gefahren ist und dort ein Konzert gegeben hat? Wurde die Sängerin im Rollstuhl schnöde für ein politisches Ziel ausgenutzt? Derartige Verdächtigungen kursieren in deutschen Medien (Ukrainischer Geheimdienst lässt russische ESC-Kandidatin nicht einreisen).

Doch aus russischer Perspektive sind derartige Vermutungen abseitig. Das Thema Behinderungen ist kein Mode-Thema, welches man einmal auspackt und dann wieder zur Seite legt. Dieses Thema hat in Russland in den letzten fünf Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Viel, wenn auch nicht genug, hat sich zugunsten der Behinderten verändert. Der Staat hat erkannt, dass es aus humanen und auch wirtschaftlichen Gründen notwendig ist, die Behinderten im öffentlichen Leben zu integrieren.

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Drei Jahre nach Krim-Beitritt – die Euphorie ist verflogen

Die Zeitung „Kommersant“ sinnt darüber nach, wie die Stimmung in Russland drei Jahre nach der Angliederung der Halbinsel Krim aussieht. Fazit: Immer noch große Befürwortung, aber keine Euphorie mehr.

Heute ist die Krim für die meisten Einwohner Russlands ein Landesteil wie alle anderen. Und dabei bleibt der „Krim-Konsens“ zwischen Staatsmacht und Gesellschaft stabil und kann nur durch eine tiefe Krise am Rande einer Katastrophe zerstört werden. Dieser Ansicht sind die führenden soziologischen Dienste des Landes.

Das Meinungsforschungsinstitut WZIOM hat bei Umfragen herausgefunden, dass die überwiegende Mehrheit, nämlich 97 Prozent der Bürger, heute meinen: „Die Krim ist Russland.“ Vor drei Jahren waren 89 Prozent dieser Ansicht. Davon, dass die Bürger der Krim vom Beitritt profitieren konnten, sind aktuell 89 Prozent der Russen überzeugt (früher waren es 80 Prozent). Die Pessimisten, die glauben, den Einwohnern der Krim hätte dies mehr geschadet als genützt, machen sechs Prozent aus.

Der Anteil der Optimisten, die meinen, Russland hätte die Eingliederung der Halbinsel richtig abgepasst, wechselt ständig. Im Sommer 2014 hatten 75 Prozent der Russen keinen Zweifel daran, dass das Land mehr Nutzen als Schaden daraus gezogen hat. Im letzten Jahr waren es nur 60 Prozent, Anfang März des laufenden Jahres dagegen 78. Entsprechend änderte sich der Anteil der Pessimisten. Gleich nach der Angliederung sahen neun Prozent darin mehr Schaden als Nutzen. Vor einem Jahr waren es schon 22 Prozent – und jetzt sind es 13.

Die Bewohner der Halbinsel bewahren ihren Optimismus. Der nimmt in den letzten drei Jahren stetig zu. Waren 25 Prozent der Krim-Bewohner 2014 „völlig zufrieden“ mit ihrem Leben und weitere 57 Prozent „eher zufrieden“, so sind heute 46 Prozent „eher zufrieden und 40 Prozent „völlig zufrieden“.

Im Ganzen meinen heute weniger Russen (von 23 Prozent auf zehn), dass der föderale Haushalt der Krim und Sewastopol mehr Finanzhilfen geben soll als anderen Regionen. Und immer mehr (von 63 Prozent auf 84) sind der Ansicht, die beiden neuen Föderationssubjekte sollten die gleiche Unterstützung genießen wie alle anderen.

„Die Euphorie, die in den ersten Monaten nach der Angliederung unter den Russen herrschte, ist völlig verflogen“, erklärt Valeri Fjodorow, Generaldirektor von WZIOM. „Die meisten meinen, dass die Bewohner der Krim und von Sewastopol, nachdem sie vor den Gefahren gerettet wurden, genug Finanzhilfe bekommen haben. Sie seien jetzt gewöhnliche russische Regionen und sollten sich abrackern wie alle anderen.“

Zugleich verstehen laut Fjodorow die Russen, die in den drei Jahren auf der Krim waren und gesehen haben, „wie erbärmlich und degradiert dort alles ist“: „Wenn du da Urlaub machen willst, musst du die Region unterstützen.“ Im Zusammenhang damit hat praktisch kein Bewohner Russlands etwas gegen den Bau der Kertsch-Brücke, der föderalen Trasse „Tawrida“, der Energiebrücke, von Wärmekraftwerken, usw.

Doch die abgeflaute Euphorie hat sich praktisch überhaupt nicht auf die Beliebtheit der Machtinstitutionen ausgewirkt. Das Rating der Zustimmung für den Präsidenten hält sich die ganzen drei Jahre hindurch bei 85 bis 86 Prozent. Seine Popularität hat auch die Ratings der Regierung und des Parlaments mitgezogen. Der „Krim-Konsens“ zwischen der Staatsmacht und der Gesellschaft ist nicht „konjunkturbedingt“, betont der Generaldirektor von WZIOM, „obwohl 2014 alle erwartet haben, dass das Rating kurzfristig steigt und bald wieder fällt“.

Den Grund sieht Fjodorow darin, dass „die Gesellschaft das unbewältigte Trauma der 1990er Jahre hatte, als man das Beste tun wollte und genau das Gegenteil geschah“. Das Trauma lag nicht nur darin, dass „viele verarmten, es gab eine ungeheure soziale Zersplitterung, die früheren hohen Ideale verschwanden“. Das Massenbewusstsein war auch traumatisiert, weil das Land „den Status einer Großmacht verloren hatte“. Und der „war immer Teil der Identität“, meint Fjodorow. Deshalb habe „der ganze Wirtschaftsboom der 2000er Jahre dieses Trauma nicht verjagen können“.

Die Menschen „waren stolz auf den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg, darauf, dass das Land als erstes in den Weltraum flog“, moderne Anlässe für Stolz auf das Land hatten sie nicht. Soll heißen: „Der Bedarf war deutlich ausgeprägt, die Angliederung der Krim verschob jäh die Schichten des Massenbewusstseins.“ An diesem Beispiel, sagt Fjodorow, hat die Gesellschaft gelernt, dass das Land wieder „selbständig in der äußeren Welt sein kann. Uns diktiert keiner etwas, wir entscheiden alles selbst – und wie wir entscheiden, so wird es auch sein.“

Mit anderen Worten: Im Massenbewusstsein „stellte sich jene Identität wieder her, die früher als imperial, mächtig bezeichnet wurde“, sagt der Soziologe. „Der russische Mensch ist nicht einverstanden mit einem stillen, komfortablen Leben in einem von der Welt vergessenen Winkel der Erde; der russische Mensch ist bisher nicht einverstanden damit, in der planetaren Menschheit aufzugehen“, nimmt Valeri Fjodorow an. „Er will ein starkes Land, ein starkes Reich, auf das man stolz sein kann.“ Die Krim habe dieses Bedürfnis zufriedengestellt, und der „Krim-Konsens“ sei zu einer „fundamentalen“ Erscheinung geworden.

In den vergangenen drei Jahren „sind der Rubelkurs und die Ölpreise gefallen, der Staat hat sich von einem guten Geldverteiler in einen bösen Geldeintreiber verwandelt, aber all das hat die Meinung der Menschen über Wladimir Putin nicht verändert“, merkt Fjodorow an. „Der Präsident bekommt „Pluspunkte“ dafür, dass er den russischen Menschen das Gefühl der Selbstachtung wiedergegeben hat, und er wird sie solange bekommen, bis irgendetwas dieses Gefühl der Selbstachtung untergräbt“ prognostiziert der Generaldirektor von WZIOM.

Untergraben „können diesen Konsens nur jähe, katastrophale Veränderungen in der Wirtschaft, ein jäher Abfall des Lebensstandards“, erklärt Alexej Graschdankin, Vizedirektor des Lewada-Zentrums für Analyse. Denn der Konsens zwischen Gesellschaft und Staatsmacht hängt seiner Ansicht nach „nicht mit der Angliederung der Krim als solcher“ zusammen, sondern mit jenen Prozessen, die „der Angliederung vorausgingen und ihr folgten“.

Bis zur Angliederung habe das Massenbewusstsein der Russen, das Protestaktionen stets mit Ungläubigkeit gegenüberstand, „diese endgültig zurückgewiesen, nachdem sie auf dem Kiewer Maidan in Gewalt endeten“. Die Angliederung der Krim selbst hat laut Graschdankin andere Prozesse in Gang gesetzt, die dem Konflikt zwischen Russland und Europa und den USA entspringen. “Russland fand sich in feindlicher Umkreisung wieder, was fundamental für das Massenbewusstsein wurde“, nimmt der Soziologe an: „Zur Konsolidierung des Volkes, der Eliten ist ein äußerer Gegner vonnöten.“

Die Angliederung der Krim habe diese Möglichkeit geboten, weil sie zur „fälligen Etappe der Umformatierung des politischen Raumes“ wurde. Im Endeffekt verbinde die Gesellschaft jetzt in ihrer Mehrheit den Bereich der Verantwortung des Präsidenten „mit Problemen der Außenpolitik, mit der Festigung der Verteidigungsstärke des Landes und der Aufrechterhaltung der Ordnung“. „Die Verantwortung für ökonomische Probleme wird anderen Machtorganen auferlegt“, erklärt der Vizedirektor des Lewada-Zentrums.

Deshalb wird dieser „Krim-Konsens“ seiner Meinung nach in absehbarer Perspektive halten. Auf der Tagesordnung verblieben „in der Wahrnehmung der Massen hauptsächlich außenpolitische Fragen“, das Interesse daran werde „durchaus effektiv genährt“. Zum Beispiel „versucht Russland, dem Westen seine Variante der Lösung des Syrien-Konfliktes aufzdrängen“.

„Wenn das Interesse an Syrien abnimmt, schaltet die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf den Dopingskandal um; ist das vorbei, taucht Trump auf; ist der weg, steigt wieder das Interesse an den Kämpfen im Donbass; im Mai wird sicher das skandalöse Interesse für die „Eurovision“ angeheizt, die in Kiew stattfindet“, meint Alexej Graschdankin.

Im Wirtschaftsbereich gebe es aber „keine katastrophalen Veränderungen, und an die stetige Abnahme des Lebensstandards haben sich die Menschen schon gewöhnt, das ruft keine Proteste hervor“. Der Rückgang des Lebensstandards „ändert jenen Lebenswandel, den die Mehrheit pflegt, bisher nicht grundsätzlich“. Deshalb „sind die Leute bereit, die schweren Wirtschaftsprobleme im Lande damit in Zusammenhang zu bringen, was außerhalb des Landes geschieht“, betont der Vizedirektor des Lewada-Zentrums.




Samoilowas Teilnahme wieder fraglich?

Die Live-Übertragung des Auftritts der russischen Sängerin Samoilowa zum Eurovision Song Contest via Satellit ist erneut fraglich geworden.

Der Vize-Premierminister der Ukraine Kirilenko twitterte heute am Donnerstag. „Eine Live-Übertragung des Auftritts von Samoilowa via Satellit ist ebenso eine Verletzung ukrainischer Gesetze, wie ihr Auftritt in der Ukraine. Die European Broadcasting Union sollte dem Rechnung tragen.“

Zuvor war berichtet worden, dass die EBU dem russischen Sender »Kanal 1« angeboten hatte, den Auftritt der Sängerin live zum 2. Halbfinale zur Veranstaltung nach Kiew zu übertragen.
Der EBU hatte dadurch die Politisierung des Contests umgehen wollen, nachdem die Ukraine über die russische Sängerin ein Einreiseverbot verhängt hat.

[hmw/russland.news]




Ukrainische Nationalbank fordert Schutz

Die Nationalbank der Ukraine hat die Strafverfolgungsbehörden gebeten, die Sicherheit der russischen Tochterbanken in der Ukraine zu gewährleisten, sagte die Stellvertretende Gouverneurin Katerina Roschkowa.

„Die Nationalbank macht die Strafverfolgungsbehörden darauf aufmerksam, dass die Gelder von 1,7 Millionen Ukrainern – mehr als 21 Milliarden Griwna, das sind 840 Millionen US-Dollar – geschützt werden müssen. Unsere Mitbürgerinnen und Bürger, Kunden und Mitarbeiter der Banken sind in Gefahr aufgrund der unvorhersehbaren Aktionen von aggressiven Gruppen“, sagte Sie.

„Um den sicheren Betrieb der Banken zu gewährleisten und damit das Bankensystem sich wieder stabilisiere, sei es notwendig, dass die Kunden freien Zugang zu ihren Fonds haben. Der Vandalismus gegen die Banken diskreditiere das Bankensystem in den Augen der Kunden, bedrohe die finanzielle Stabilität und wirke sich negativ auf das Image der Ukraine aus. Als ein Rechtsstaat müssen wir diesen Banken die Möglichkeit geben, sich zivilisiert vom Markt zurückzuziehen“, so die Stellvertretende Gouverneurin.

[hmw/russland.news]




US-Demokraten bereiten Krieg gegen Russland vor

[von Patrick Martin] – In breiten Schichten der US-Bevölkerung ist die Trump-Regierung mittlerweile verhasst. Es gab bereits umfangreiche Proteste gegen ihre Angriffe auf demokratische Rechte, die rassistische Verfolgung von Einwanderern und den Generalangriff auf Sozialprogramme, Umweltschutzbestimmungen sowie Kunst, Kultur und Wissenschaft. Laut der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup, die nach Trumps erstem Haushaltsentwurf durchgeführt wurde, ist die Zustimmungsrate zu seiner Politik auf 37 % gesunken, 58 % der Bevölkerung sind dagegen. Noch nie hat sich eine US-Regierung in so kurzer Zeit derart gründlich diskreditiert.

Doch die Demokratische Partei geht bei ihrer Opposition gegen Trump nicht von den gesellschaftlichen und politischen Themen aus, die Millionen arbeitende Menschen umtreiben, sondern von einer völlig anderen Grundlage: der Behauptung, Trump sei eine Marionette Russlands und nur deshalb Präsident geworden, weil Wladimir Putin während des Wahlkampfs 2016 Server der Demokratischen Partei gehackt habe.

Die aggressive antirussische Stoßrichtung der Demokraten zeigte sich am Montag auf in einer Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses. Dort äußerten sich FBI-Direktor James Comey und NSA-Direktor Michael Rogers erstmals öffentlich zu den Hacking-Vorwürfen gegen Russland und zu der Retourkutsche Trumps, dass die Obama-Regierung während des Wahlkampfs rechtswidrig seine Telefone im Trump Tower abgehört habe.

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Weltweite Umfrage: Schutzmacht Russland?

[von Dr. Christian Wipperfürth]
Es gibt zahlreiche Ergebnisse, die aufhorchen lassen. Hier die Details:

In 66 Staaten wurde danach gefragt, welche Macht Hilfe und Schutz gewähren könne, wenn das eigene Land bedroht sein sollte. In der Mehrzahl der Länder wurden die Vereinigten Staaten genannt. Dies liegt nahe, denn nur die USA zeigen weltweite militärische Präsenz. Ein anderes Land oder andere Länder wären meist nicht in der Lage, mit Waffengewalt wirksamen Beistand zu leisten. Dieses Ergebnis war also zu erwarten, auch in Anbetracht der weltweiten Bündnisbeziehungen Washingtons.

Die Umfrage des „Worldwide Independent Network/Gallup International Association“ (WIN/GIA) birgt aber auch zahlreiche bemerkenswerte Ergebnisse. – WIN/GIA ist ein weltweiter Verbund von Markt- und Meinungsforschungsunternehmen, arbeitet u.a. für den Korruptionsindex von „Transparency International“ und ist eventueller pro-russischer Neigungen somit unverdächtig.

Vier NATO-Länder betrachten Russland als potenzielle Schutzmacht: die Türkei, Griechenland, Bulgarien und Slowenien. Warum?

In der Türkei ist die Stimmung bereits seit vielen Jahren ausgesprochen US-feindlich. Die Vereinigten Staaten genossen lange Jahre sogar in Russland eine durchweg höhere Sympathie als in der Türkei.

In Bulgarien und Griechenland wiederum gilt die Türkei als die ernsthafteste Sicherheitsbedrohung des eigenen Landes. Die Befragten sehen Russland als zuverlässigeren Partner als den großen NATO-Verbündeten. Ein Rückblick macht dies verständlich: 1974 besetzten türkische Truppen den Nordteil Zyperns und kontrollieren seitdem etwa 40% der Insel. Westliche Sanktionen gegen den NATO-Partner Türkei blieben aus. Türkische Soldaten stellen nach wie vor sogar fast jeden fünften Bewohner Nord-Zyperns.

In vier weiteren Ländern sind die Befragten gespalten, ob die USA oder Russland als potenzielle Schutzmacht betrachtet werden sollte. In Bezug auf Lettland und die Ukraine ist dies besonders bemerkenswert. Die Ukraine ist innerlich nach wie vor in einen „pro-westlichen“ und einen „pro-russischen“ Teil gespalten, obgleich Russland durch die Einverleibung der Krim in der Ukraine deutlich an Sympathie eingebüßt hat (s. hierzu hier und hier und hier . Eine Orientierung der Ukraine in nur eine Himmelsrichtung vertieft die Spaltung des Landes.

In Lettland mag ein erheblicher Prozentsatz der Bevölkerung der offiziellen Linie nicht folgen, dass von Russland eine erhebliche Bedrohung ausgehe.

 

Quellen der Folie, bearbeitet nach:

https://www.bloomberg.com/politics/articles/2017-02-17/melania-trump-s-slovenia-would-pick-russian-over-u-s-protection; https://assets.bwbx.io/images/users/iqjWHBFdfxIU/iTiXXkodLl5g/v3/1000x-1.png




Russischer Ex-Abgeordneter in Kiew erschossen

Der frühere russische Duma-Abgeordnete Denis Woronenkow wurde offenbar heute Morgen auf offener Straße in Kiew bei einem Schusswechsel getötet. Der mutmaßliche Täter sei ebenfalls durch Schüsse verletzt worden. Die Ermittler gehen von einem Auftragsmord aus.

Bei einer Schießerei vor dem Hotel ‚Premier-Palace‘ ist eine Person getötet und zwei weitere verwundet worden, hieß es zunächst aus Kiew. Der Kiewer Polizeichef Andrej Krischtschenko bestätigte später gegenüber dem ukrainischen Fernsehsender ‚112 Ukraina‘, dass es sich bei dem Getöteten um den in die Ukraine geflüchteten, ehemaligen russischen Duma-Abgeordneten Denis Woronenkow handele.

Der mutmaßliche Täter wurde offenbar bei dem Schusswechsel in der Kiewer Innenstadt ebenfalls angeschossen und wurde mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Mittlerweile sei der Verwundete festgenommen worden und sprach von einem Auftragsmord. Die Behörden prüfen nun seine Angaben. „Der Gestorbene ist identifiziert worden. Es ist ein russischer Politiker, ein ehemaliger Abgeordneter der Staatsduma. Ich kann bestätigen, dass das Denis Woronenkow ist“, sagte Krischtschenko. Bei dem zweiten Verwundeten handele es sich offenbar um einen Leibwächter des früheren kommunistischen Abgeordneten.

Franz Klinzewitsch, der für die Partei ‚Einiges Russland‘ in der Duma vertreten ist, bezeichnete den Mord „eine Provokation des ukrainischen Geheimdienstes SBU“, wie Nachrichtenagenturen berichteten. Der ukrainische Generalstaatsanwalt Juri Luzenko hingegen schrieb auf seinem Facebook-Account: „Das war die übliche demonstrative Strafe des Kremls für einen Zeugen“ und macht die Regierung in Moskau für den Mord verantwortlich.

Auch der ukrainische Präsident Pjotro Poroschenko verurteilte den Mord an Woronenkow. Für ihn säßen die Strippenzieher ebenfalls in Moskau. Zudem habe er von russischem „Staatsterrorismus“ gesprochen, wurde berichtet. Für ihn gäbe es eine Verbindung zu einem zweiten Vorfall am gleichen Tag, bei dem eine Lagerhalle Opfer von Flammen geworden sei. Im Kreml wies man derlei Vorwürfe scharf zurück und nannte sie „absurd“. Nichtsdestotrotz sei Denis Woronenkow wegen angeblicher Wirtschaftsdelikte und Betrugs von den russischen Behörden international zur Fahndung ausgeschrieben gewesen.

Der getötete Woronenkow gab der ukrainischen Staatsanwaltschaft Informationen über den ukrainischen Ex-Präsdienten Viktor Janukowitsch, hieß es. Woronenkow war für das Regime in Kiew ein wichtiger Zeuge im laufenden Verfahren gegen den 2014 geputschten und nach Russland geflüchteten ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch. Der 45-Jährige war im Oktober letzten Jahres mit seiner Frau Maria Maksakowa, einer bekannten Opernsängerin und ebenfalls Ex-Abgeordneten, in die Ukraine geflüchtet und habe dort die ukrainische Staatsbürgerschaft angenommen.

[mb/russland.RU]