Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit Präsident Putin telefoniert und dabei über das Nord Stream-Projekt, über die Ukraine und den Gastransit sowie über Syrien gesprochen.
Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, sagte, die Kanzlerin und der Präsident seien sich einig gewesen, dass alles unternommen werden müsse, um eine politische Lösung für den jahrelangen blutigen Konflikt zu finden. „Die diesbezüglichen Möglichkeiten wurden diskutiert“, sagte Seibert.
Merkel erklärte, sie hoffe, sich in absehbarer Zeit mit Präsident Putin zu treffen.
„Ich glaube, wir werden uns bald treffen, aber es gibt noch kein konkretes Datum. Meiner Meinung bedarf die Anzahl der Themen, die von der Ukraine und Gas bis zu dem breiten Thema Syrien reichen, eines direkten Meinungsaustausches.“
Merkel hält es für notwendig, die Kommunikationskanäle mit Russland offen zu halten.
Der Pressedienst des Kremls sagte, dass Putin im Telefonat mit Merkel darauf hingewiesen habe, dass die westlichen Länder die Regeln des internationalen Rechts schamlos verletzt hätten.
Am nächsten Tag traf sich die Bundeskanzlerin mit dem Präsidenten der Ukraine Poroschenko. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Anschluss an das Treffen erklärte Merkel:
„Natürlich habe ich den ukrainischen Ängsten sehr aufmerksam zugehört. Mit Bezugnahme auf das gestrige Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten habe ich gesagt, dass wir nicht erlauben können, dass die Ukraine jedwede Bedeutung im Gastransit wegen Nord-Stream-2 verlieren wird. Ich habe deutlich gemacht, dass das Projekt aus unserer Sicht erst realisiert werden kann, wenn die Rolle der Ukraine beim weiteren Gastransport bekannt ist. Daraus folgt, dass „Nord Stream“ nicht nur ein wirtschaftliches Projekt ist, sondern dass auch politische Faktoren berücksichtigt werden müssen.“
[hmw/russland.NEWS]
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