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25-02-2005 Gipfel in Bratislava
Russische Experten bewerten den Gipfel in Bratislava positiv
"Das Gipfeltreffen von Bratislava hat die russisch-amerikanische Zusammenarbeit in einer ganzen Reihe von recht wesentlichen Fragen vorangebracht und geklärt!", sagte Sergej Karaganow, stellvertretender Direktor des Moskauer Instituts der europäischen Länder der Russischen Akademie der Wissenschaften, in einem Interview für die RIA Nowosti, als wir ihn um eine Äußerung zu den Ergebnissen des Gipfels baten.

Wie er feststellte, hätten im Verlaufe des Treffens beider Präsidenten "die gemeinsamen Interessen von großem Format überwogen: wie der Kampf gegen den Terrorismus, die Nichtweiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen oder die Beziehungen zu China, Iran, Syrien und Nordkorea".

Zugleich seien, meinte Karaganow, "einige Differenzen geblieben, ein Teil davon wurde umgangen, beispielsweise die Rivalität im GUS-Raum".

Wie der russische Politologe hervorhob, "bestehen zweifellos auch taktische Interessen, doch die Amerikaner glauben, dass die Zeit noch nicht gekommen sei, sie zu demonstrieren".

Nach Ansicht des Politologen gelte es, "die russisch-amerikanische Tagesordnung zu verändern".

"Ein frisches Thema, außer den Beschlüssen über die tragbaren Raketenabwehrsysteme und vielleicht den neuen Elementen der Zusammenarbeit im Bereich des Schutzes der Kernwaffen, hat es nicht gegeben", stellte der Gesprächspartner der RIA Nowosti fest.

"In Bezug auf Syrien und Iran sind natürlich einige Fortschritte festzustellen. Die Präsidenten beider Länder haben bestätigt, ‚im selben Boot zu sitzen'. Amerika hat die Befürchtungen aufgegeben, dass die russisch-iranische oder die russisch-syrische Zusammenarbeit ‚unerwünschte Folgen' nach sich ziehen kann", sagte der russische Experte.

"Wir haben vereinbart, weiter miteinander zusammenzuarbeiten, zumal Russland mehr daran interessiert ist als Amerika", sagte Sergej Karaganow abschließend.

Sergej Osnobischtschew, Direktor des Moskauer Instituts für strategische Einschätzungen, bezeichnete den Gipfel auf einer Pressekonferenz in Moskau als "Arbeitstreffen".

"In seinem Verlauf hörte man keine einzige großformatige Initiative, wurde ein Dialog über so grundlegende Fragen wie zum Beispiel die Reduzierung der Rüstung nicht eingeleitet", sagte Osnobischtschew.

Der Experte verwies ferner darauf, dass es auf dem Gipfeltreffen zu keiner Erweiterung des Handels- und Wirtschaftsdialoges gekommen sei, dabei hätte er die Festigung der politischen Partnerschaft untermauern können.

Sergej Kortunow, stellvertretender Vorsitzender des Expertenrates des Ausschusses des Föderationsrates für internationale Angelegenheiten, vertritt die Auffassung, dass das jüngste Treffen nicht von vorübergehender Wirkung sei.

"Erstmalig wurden auf die Tagesordnung des Gipfeltreffens Fragen gesetzt wie die Entwicklung der Demokratie in Russland und die Sicherheit der russischen nuklearen Objekte", sagte Kortunow. Er brachte die Meinung zum Ausdruck, dass die gleichen Fragen auch beim nächsten Treffen der russischen und der amerikanischen Führung zur Erörterung kommen würden. (RIA)