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24-02-2005 Gipfel in Bratislava
Slowenien oder Slowakei? - Nicht nur Bush hat beide Länder schon einmal verwechselt
Bei seinem Bratislava-Besuch weiß US-Präsident George W. Bush genau, in welchem Land er sich befindet: der Slowakei. Das war nicht immer so.

Vor sechs Jahren, während seiner ersten Präsidentschaftskampagne 1999, hatte er nach einem Gespräch mit einem Politiker namens Janez Drnovsek noch überzeugend versichert, er habe ungemein viel über die Slowakei gelernt - zu dessen Verblüffung, denn Drnovsek war damals Regierungschef von Slowenien.

Wenn es um die Verwechslung von Slowenien und der Slowakei geht, befindet sich Bush allerdings in illustrer Gesellschaft. Noch im Dezember 2003 schätzte sich Italiens Rhetoriktalent Silvio Berlusconi "überglücklich, den slowakischen Ministerpräsidenten zu empfangen", was wiederum den - in Wirklichkeit slowenischen - Regierungschef Anton Rop in Verlegenheit brachte. Immerhin hatte Italien damals die EU-Ratspräsidentschaft inne, und Slowenien und die Slowakei standen kurz vor ihrem Beitritt in die Gemeinschaft.

Selbst die Osteuropa-Bank, die seit 1991 den ehemals kommunistischen Ländern beim Aufbau einer Marktwirtschaft hilft, hatte in einer ersten Zeit auf ihrer Internetseite die Informationen zu beiden Ländern verwechselt. 2002 wurde der slowenische Präsident bei einem Staatsbesuch in Rumänien feierlich mit der slowakischen Nationalhymne empfangen. Und noch im vergangenen Jahr musste die slowakische Post 602 Kilogramm Briefe zurückschicken, die eigentlich an Adressaten in Slowenien gerichtet waren.

Selbst Schuld, ließe sich einwenden. Beide Länder sind klein - Slowenien mit seinen etwa zwei Millionen Einwohnern noch kleiner als die Slowakei, die immerhin über 5,4 Millionen Bewohner verfügt. Beide Länder werden von Slawen bewohnt, die slawische Sprachen sprechen: "Slovenscina" auf Slowenisch, "Slovencina" auf Slowakisch - aber verstehen können sich die beiden Völker trotzdem nicht.
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Gipfel in Bratislava: Treffen auf neutralem Terrain
Und selbst ihre Fahnen sind zum Verwechseln ähnlich: Beide ziert ein Wappen auf weiß-blau-roten Querbalken; nur der Wappeninhalt unterscheidet sich.

Um sich wenigstens in diesem Punkt abzuheben, wollte sich Slowenien ein neues Banner geben. Nach langem Hin und Her fiel die Entscheidung zugunsten eines modernen Designs. Inzwischen aber verstaubt das Projekt im Parlament von Ljubljana, in dem sich die für eine entsprechende Verfassungsänderung benötigte Mehrheit einfach nicht finden lässt.