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21-02-2005 Gipfel in Bratislava
Putin und Bush zu positiven Beziehungen verurteilt
Russlands Präsident Wladimir Putin ist ein idealer Partner für George Bush. Erstens: Der Herr des Kreml belästigt den Chef des Weißen Hauses niemals wegen Lappalien. Zweitens: Putin bittet die USA nie um etwas.

Drittens: Russlands Staatschef erwies sich im Kampf gegen den Terrorismus als zuverlässiger Verbündeter, der seine Versprechen hält. Das stellt die Wochenzeitung "Moskowskije nowosti" fest.

Aber auch für den Kreml gibt es keinen bequemeren Partner als Bush, führt das Blatt weiter aus. Allein schon deshalb, weil die hohen Ölpreise eine unvermeidbare Folge der USA-Außenpolitik sind. Für Russland ist dies aber eine Möglichkeit, seine Außenschulden locker zurückzuzahlen, die Devisenreserven aufzubauen und sich mit Strukturreformen nicht besonders zu beeilen.

Bushs Amerika ist ein "Bogen der Instabilität" entlang dem gesamten ölreichen Nahen Osten. Als Folge festigt Russland seinen Einfluss als wichtiger Lieferant von Energieträgern nach Europa und China.

Bush bedeutet praktisch eingefrorene politische Kontakte der USA zum "Alten Europa". Insofern bekommt Moskau zusätzlichen Raum für diplomatische Manöver auf dem europäischen Schauplatz.

Schließlich sind mit Bush die Themen der Menschenrechte im Kontext der Situation in Tschetschenien praktisch völlig von der Tagesordnung des russisch-amerikanischen Gipfels verschwunden.

Die erste ausländische Partei, die Bush zum Wahlsieg am 2. November gratulierte, war "Einheitliches Russland". Die amerikanischen Konservativen wiesen eine geistige Verwandtschaft mit den russischen auf, während der weltweit unpopulärste USA-Präsident mit der politischen Tradition Russlands am besten im Einklang steht.

Solange die Bush-Administration ihre Kämpfe an der "Achse des Bösen" führt und der Kreml seine "monetisierte" Machtvertikale aufbaut, sind Russland und die USA einfach dazu verurteilt, trotz Meinungsdifferenzen zu einzelnen politischen Fragen "positive und konstruktive Beziehungen" aufzubauen, schreibt das Blatt. (RIA)