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21-02-2005 Gipfel in Bratislava
Vom russisch-amerikanischen Gipfel in Bratislava ist kaum etwas Ungewöhnliches zu erwarten
Das am 24. Februar in Bratislava bevorstehende russisch-amerikanische Gipfeltreffen werde keine wesentlichen Veränderungen in den zweiseitigen Beziehungen zur Folge haben. Diese Meinung äußerte Sergej Osnobischtschew, Direktor des Moskauer Instituts für strategische Einschätzungen, in einem Gespräch mit der RIA Nowosti.

Nach Ansicht des Experten stehe Russland und den USA ein "Arbeitstreffen auf höchster Ebene" bevor, das "ein Vorankommen ermöglichen, jedoch nicht zur Formulierung neuer gemeinsamer Initiativen von großer Tragweite führen wird".

"Selbst wenn bestimmte ernste Ziele deklariert werden, sind sie unter den heutigen Bedingungen recht kompliziert zu erreichen, da eine Konfrontation seitens der politischen Eliten zu beobachten ist. Das ist das Hauptproblem der Tagesordnung", stellte Osnobischtschew fest.

Ferner glaubt er, dass das reale Niveau der Partnerschaft Russland - USA jene Einschätzung "nicht hundertprozentig" treffe, die in den Erklärungen der Führung beider Länder gegeben werde.

Wie Osnobischtschew betonte, haben beide Länder recht große Anstrengungen zu unternehmen, um die Ideologie des "Kalten Krieges" auszurotten. Die "Hinterlassenschaft" jener Periode bestehe, so der Experte, nicht darin, dass Russland und die USA einander als potentielle Gegner betachten würden, sondern darin, dass beide Länder die Möglichkeit der Entstehung von negativen Szenarien zulassen, die eine Verschlechterung der zweiseitigen Beziehungen nach sich ziehen können. Auch machte Osnobischtschew darauf aufmerksam, dass sich in Russland hie und da antiamerikanische Stimmungen äußern würden und auch die politischen USA-Kreise auf dem Quivive seien, was Russland betreffe.

"All das begrenzt die Möglichkeiten unserer Beziehungen, wenn eine Festigung der Partnerschaft gemeint ist", sagte der Direktor des Instituts für strategische Einschätzungen.

"Die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, die eine solide Basis für die Festigung unserer politischen Beziehungen bilden könnten, entwickeln sich überaus schwach. Das amerikanische Kapital ist sehr vorsichtig, wenn es sich um die Finanzierung von Projekten handelt, die mit Russland verbunden sind", fügte Osnobischtschew hinzu. (RIA)