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22-02-2005 Gipfel in Bratislava
Putin und Bush haben die Chance, historische Schritte zu unternehmen
Das russisch-amerikanische Gipfeltreffen in Bratislava muss in den Beziehungen zwischen unseren Ländern in den bevorstehenden vier Jahren eine sehr wichtige Rolle spielen. Diese Meinung äußerte Sergej Rogow, Direktor des Instituts für die USA und Kanada der Russischen Akademie der Wissenschaften, in einem RIA-Nowosti-Interview.

Laut ihm wurden Putin und Bush für die zweite Amtszeit wiedergewählt und bei ihnen "entstand die Möglichkeit, Schritte zu unternehmen, die tatsächlich eine historische Bedeutung haben und in die Geschichtslehrbücher eingehen könnten".

Nach Meinung des Experten hat sich der Impuls, den die russisch-amerikanischen Beziehungen nach dem 11. September bekommen hatten, erschöpft.

"Unter den neuen Bedingungen sind die gemeinsamen Interessen Russlands und der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen sowie die Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, vor allem im Energiebereich, ausschlaggebend", meint er.

Leider, bemerkte der Direktor des Instituts, sei die verkündete strategische Partnerschaft in vieler Hinsicht deklarativ geblieben. Sie habe keine rechtliche und institutionelle Basis.

Laut Rogow seien die Präsidenten gezwungen, sich alle zwei bzw. drei Monate mit Fragen zu befassen, die auf bürokratischer Ebene hätten gelöst werden müssen, aber nicht gelöst werden. "Das führte zur Hemmung der zwischenstaatlichen Beziehungen. Mehr noch. Es entstanden Fragen, in Bezug auf die sich die Divergenzen zwischen Russland und den USA vergrößerten, bemerkte Rogow.

Seiner Meinung nach bedeute das, dass es nicht gelingen werde, nur aufgrund der persönlichen Beziehungen zwischen den beiden Präsidenten eine langfristige Partnerschaft zu gestalten. Und der Gipfel in Bratislava müsse der Partnerschaft einen neuen Impuls verleihen und die Perspektive zur Schaffung der rechtlichen und der institutionellen Grundlage der Partnerschaft in den nächsten vier Jahren bestimmen. "Sollte das nicht zustande kommen, so kann eine sehr ernsthafte Abkühlung eintreten. Indessen glaube ich immerhin, dass es heute Gründe für einen vorsichtigen Optimismus gibt", stellte der Experte fest. (RIA)