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22-02-2005 Gipfel in Bratislava
Russland und USA brauchen neue Richtungen der Zusammenarbeit
"Russland und die USA brauchen neue Richtungen der Zusammenarbeit". Diese Meinung äußerte der stellvertretende Direktor des Instituts für die Länder Europas Sergej Karaganow, Vorsitzender des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik, in einem RIA-Nowosti-Interview im Zusammenhang mit dem am 24. Februar in Bratislava bevorstehenden Gipfel Russland-USA.

Er meint, dass sich die Beziehungen zwischen Russland und den USA in einem Zustand der Stagnation befinden. "Damit es eine positive Bewegung gibt, sind neue Horizonte der Zusammenarbeit notwendig. Wenn sie markiert und realisiert sind, kann man einen Durchbruch in unseren Beziehungen erwarten", sagte Karaganow.

Seiner Meinung nach müssten die Präsidenten Russlands und der USA sowie die regierenden Eliten der beiden Länder über die Erneuerung der Tagesordnung des bilateralen Dialogs und dessen neuen Inhalt nachdenken.

"Es gilt, nach neuen Berührungspunkten zu suchen. Und solche Punkte gibt es. Das ist das Zusammenwirken zwischen den beiden Ländern bei der Stabilisierung der Situation in Irak und im Nahen Osten. Wir sind daran interessiert, dass diese Region nicht explodiert. Eine solche Zusammenarbeit ist sehr wichtig. Um so mehr, als es recht kompliziert ist, zu versuchen, die Krise im Alleingang beizulegen", betonte Karaganow.

Der Experte schlug auch eine neue Richtung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern vor.

"Eine Idee, die in praktischer Hinsicht in den Beziehungen der beiden Länder nicht geprüft wurde, ist die Zusammenarbeit und das Zusammenwirken beim Füllen des geopolitischen Vakuums, das im russischen Fernen Osten und in Ostsibirien entsteht. Das ist eine positive Strategie, an die auch andere Länder heranzuziehen sind. Unter anderem Japan, Korea und China. Anderenfalls wird in diesen Regionen Russlands in zehn bis fünfzehn Jahren ein geopolitisches Vakuum entstehen, was Spannungen in den Beziehungen zwischen Russland und China sowie in den internationalen Beziehungen im Ganzen auslösen kann", meint Sergej Karaganow.

Der Experte brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass ungeachtet der bestimmten Abkühlung in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern die positive Einstellung in Bratislava überwiegen wird. Erstens liegen viele gemeinsame Interessen vor. Zweitens sind weder Russland noch die USA an einer Verschlechterung der Beziehungen interessiert", sagte Karaganow. (RIA)