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22-02-2005 Gipfel in Bratislava
Putin erwartet vom Treffen mit Bush in Bratislava nichts Hervorragendes
Der Präsident Russlands, Wladimir Putin, erwartet vom bevorstehenden russisch-amerikanischen Gipfeltreffen in Bratislava nichts Hervorragendes.

„Ich glaube nicht, dass es etwas Hervorrangendes geben wird. Aber für mich ist es ein wichtiges Ereignis, denn die USA und wir haben einen großen Umfang gemeinsamer Arbeit in der Wirtschaftssphäre sowie auf dem Gebiet der internationalen Sicherheit und der Bekämpfung des Terrorismus", betonte der russische Präsident in einem Interview mit dem „Radio Slovensko" und der slowakischen Fernsehgesellschaft „STV".

„Solche Treffen sind immer wichtig, weil sie nicht nur die Möglichkeit bieten, das Fazit der gemeinsamen Arbeit im zurückliegenden Zeitraum zu ziehen, sondern auch Schritte in nächster Zukunft abzustecken. In diesem Sinne ist das natürlich ein wichtiges Ereignis", bemerkte Putin.

Russland ist nicht gewillt, der NATO beizutreten, aber es ist an der Entwicklung der Beziehungen zu der Allianz interessiert. Diese Haltung Moskaus hat Wladimir Putin wiederholt bekräftigt.

„Der Beitritt Russlands zu einer solchen Organisation wie der NATO steht heute selbstverständlich nicht auf der Tagesordnung, weil der Beitritt zu einem derartigen, einem militärpolitischen Vertrag den Verzicht auf einen Teil der Souveränität und selbstverständlich auch Beschränkungen in der politischen Beschlussfassung bedeutet", sagte der Präsident Russlands.

Der Staatschef bemerkte ferner, dass heute der wirtschafltiche Stand Russlands und dessen Verteidigungspotential dafür geeignet sind, dem Land die Sicherheit von außen zu garantieren.

Der Präsident verwies zugleich darauf, dass Russland an der Entwicklung der Beziehungen zu Partnern, darunter auch zur NATO, interessiert ist. „Ich bin sicher: wenn wir auch künftig in diesem Sinne arbeiten werden, wird das ein ernstzunehmender Faktor der Gewährleistung der internationalen Stabilität und Sicherheit sein", bemerkte der russische Staatschef.

In Beantwortung der Frage, was er von internationalen Vermittlermissionen halte und ob solche bei der Regelung der Situation in Tschetschenien helfen könnten, sagte Putin: „Was die Vermittlungsbemühungen anbetrifft, so ist es nicht ganz klar, wer und für wen vermitteln möchte. Ich hoffe, dass für die Verbrecher etwa, die den Terroranschlag in Beslan organisiert haben, niemand zu vermitteln beabsichtigt. Gleicherweise beabsichtigen wir nicht, zwischen Bin Laden und irgendeinem Staatschef im Westen zu vermitteln."

Dabei bemerkte Putin, dass „moralische, politische und materielle Hilfe und Unterstützung" bei der Regelung der Situation in Tschetschenien angebracht wäre. „Nebenbei gesagt, prüfen wir jetzt eine solche Möglichkeit im Rahmen der Europäischen Union, und dieser Prozess geht unter Beteiligung einzelner unserer Partner voran", sagte der Präsident Russlands. (RIA)