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29-10-2004 Bolschoi-Theater
Roland Petit wird im Bolschoi Theater eine neue Aufführung vorstellen
Am 30. und 31. Oktober werden auf der Neuen Bühne des Bolschoi Theaters die Gastspielaufführungen des französischen Theaters Jean Vilar a Suresnes gezeigt. Dabei wird die einmalige Aufführung „Geheimnisse des Balletts. Roland Petit berichtet..." ihre Premiere erleben.

Das ist eine originelle Aufführung des hervorragenden Choreographen der Gegenwart Roland Petit. Das russische Publikum konnte bereits drei seiner Aufführungen „Passacaille", „Notre Dame de Paris" und „Pique Dame" sehen. Für die letztere wurde er mit dem Staatspreis Russlands für 2002 geehrt. In seinem Exklusivinterview für die Zeitung „Rossijskaja Gaseta" ging Petit auf seine neueste Arbeit ein und teilte seine schöpferischen Pläne mit.

„In dieser Aufführung möchte ich aller hervorragenden Russen gedenken, mit denen ich umgehen und arbeiten konnte. Das sind: Baryschnikow, Nurejew, Maximowa, Plissezkaja, Liepa, Ziskaridse, Wassiljew und Grigorowitsch", sagt der Choreograph.

„Ich hatte Glück, das Leben hat mich mit Boris Kochno, Sekretär von Djagilew, zusammengeführt. Ich habe es ihm zu verdanken, dass ich verstanden habe, wie wichtig im Ballett die schauspielerische Vorstellung ist. Für ein gutes Ballett ist es notwendig, dass alle seine Komponenten das höchste Niveau aufweisen: Musik, Bühnenbild, Choreographie, Ausführende. Es kommt darauf an, dass die Kunst immer frisch ist, dass die Empfindung des Neuen vorhanden ist. Ebenso wie in der Epoche von Petipa, Djagilew und Grigorowitsch", meint der Choreograph.

„Als ich in Tokio gearbeitet habe, hat mich der Botschafter der Französischen Republik zu sich eingeladen. Ich begann, eine Geschichte aus meinem Leben zu erzählen. "Sie sollen das auf der Bühne erzählen", sagte er zu mir. Nach der Rückkehr traf ich mich in Paris mit Olivier Meyer, Direktor des Theaters Jean Vilar a Suresnes, und teilte ihm diesen Vorschlag mit. Er war begeistert", erinnert sich Petit.

In der Aufführung wirken Nikolai Ziskaridse und Ilse Liepa mit.

„Das sind unikale Künstler", meint der Choreograph.

Petit träumt davon, eine Aufnahme des Balletts „Pique Dame" unter Mitwirkung von Ziskaridse machen zu können. Diese Aufführung hatte im Bolschoi Theater großen Erfolg.

„Ich möchte, dass dieses Ballett mit solchen brillanten Interpreten in die Geschichte eingeht", sagt Petit. Der Choreograph hat seinerzeit das Ballett „Pique Dame" für Michail Baryschnikow choreographiert, den er als ein "echtes Genie" bezeichnet.

Petit vertritt die Ansicht, dass der Begriff „russisches Ballett" eine weltweite Legende ist. Und es wird in erster Linie mit Djagilew und seinen „Russischen Saisons", nicht aber nur mit der Choreographie in Reinkultur, sondern auch mit jenen Komponisten, Bühnenbildnern und Malern verknüpft, die er zur Arbeit herangezogen hat. „Mit ihm haben aber solche Talente wie Prokofjew und Strawinsky gearbeitet", ruft er aus. (RIA)