russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



12-04-2005 Luftfahrtkatastrophe August 2004
Einer der Angeklagten im Verfahren "Terrorakte in Flugzeugen im Sommer 2004" bekannte sich schuldig
Armen Arutjunjan, einer der Angeklagten im Verfahren "Terrorakte in den Flugzeugen Tu-134 und Tu-154 im Sommer 2004", bekannte sich teilweise schuldig. Er hatte nämlich Schiebergeschäfte mit Flugkarten gemacht und den Terroristinnen geholfen, diese zu erwerben.

Der zweite Angeklagte, Nikolai Korenkow, Mitarbeiter der Fluggesellschaft Sibir, erklärte nach der Verlesung der Anklageschrift, dass er an seiner Schuld zweifle.

Am Dienstag wurde im Stadtgericht von Domodedowo die Anklageschrift verlesen. Korenkow und Arutjunjan wird Fahrlässigkeit und Bestechlichkeit zur Last gelegt.

Außer ihnen wird auch Michail Artamonow, Mitarbeiter der Abteilung des Innern von Domodedowo, der Mitbeteiligung an der Sprengung der Flugzeuge beschuldigt. Er wird ebenfalls der Fahrlässigkeit, die den Tod eines Menschen zur Folge hatte, beschuldigt. Der Fall Artamonows wird in einem selbständigen Strafverfahren vehandelt.

Wie Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow früher präzisierte, hatte der Hauptmann der Miliz Artamonow zwei Frauen nicht kontrolliert, die später die Terrorakte in den Flugzeugen verübten. "Nagajewa und Dschebirchanowa waren im hauptstädtischen Flughafen mit einem Flug aus Machatschkala um 19.45 Uhr eingetroffen. Die Mitarbeiter der Miliz sonderten sie aus und überantworteten sie Artamonow. Der Hauptmann ließ sie jedoch ohne jegliche Überprüfung gehen", sagte Ustinow.

Danach beschlossen die Terroristinnen, Flugkarten für einen anderen Flug zu kaufen. Aus der Anklageschrift folgt, dass Arutjunjan die Flugkarte für die Terroristin Dschebirchanowa für den Flug Moskau - Sotschi beschaffen hatte. Die Flugkarte war aber für einen anderen Tag gültig, darum wendete sich Arutjunjan an Korenkow und bat ihn, sie gegen Entgelt an Bord zu nehmen, heißt es in der Anklageschrift.

Nach der Version der Untersuchung hat Korenkow auf der Flugkarte von Dschebirchanowa einen entsprechenden Vermerk gemacht, so dass sie aus Moskau abfliegen konnte. Gegen 23.00 Uhr Moskauer Zeit ließ sie die Sprengvorrichtung explodieren. Im Ergebnis sind 46 Menschen - Fluggäste und die Besatzung der Maschine - ums Leben gekommen, heißt es in der Anklageschrift.

Im Ergebnis der im Sommer 2004 in den Flugzeugen Tu-134 und Tu-154 verübten Terrorakte sind insgesamt 90 Menschen ums Leben gekommen. (RIA)