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30-08-2004 Luftfahrtkatastrophe August 2004
Maschinen wurden laut Flugschreiber nicht entführt
Die Abstürze der beiden russischen Flugzeuge in der vergangenen Woche mit 90 Todesopfern sind nach Angaben der Ermittler jeweils durch Terroranschläge ausgelöst worden. "Wir können jetzt mit der größten Sicherheit sagen, dass beide Flugzeuge durch Terrorakte zerstört wurden", zitierte die russiche Nachrichtenagentur ITAR-TASS einen Sprecher des Inlandsgeheimdiensts FSB.

Es war die erste offizielle Bestätigung für die Attentate, nach dem der Fund von Sprengstoff an beiden Maschinen schon zuvor kaum Zweifel gelassen hatte. Die Maschinen wurden laut Regierungsangaben nicht entführt. Die zwei mutmaßlichen Attentäterinnen waren einem Zeitungsbericht zufolge Freundinnen.

Beide Maschinen seien durch Explosionen zum Absturz gebracht worden, sagte der FSB-Sprecher. Schon in den vergangenen Tagen hatten die Behörden mitgeteilt, dass an beiden Tupolews - eine war nahe der Stadt Tula, die andere nahe der Stadt Rostow-am-Don abgestürzt - Sprengstoff gefunden worden war. Dass es sich dabei um die hochexplosive Substanz Hexogen handelt, könne bisher aber nur für eine der beiden Maschinen bestätigt werden, sagte der FSB-Sprecher. Die beiden Tupolew-Maschinen waren am Dienstagabend fast zeitgleich abgestürzt; 90 Menschen kamen dabei ums Leben.
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Laut Flugschreiber-Daten könne nicht von Entführungen ausgegangen werden, sagte der russische Verkehrsminister Igor Lewitin. Nichts deute darauf hin, dass sich etwas an Bord abgespielt habe außer den Explosionen selbst.

Die beiden mutmaßlichen Attentäterinnen hätten zusammen mit zwei weiteren Frauen in einer Wohnung in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny gewohnt, berichtete die russische Tageszeitung "Iswestija". Sie seien miteinander befreundet gewesen. Die 30-jährige Amnat Nagajewa und die 37-jährige Satsita Jebirchanowa hätten bis vor kurzem ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Kleidung auf dem zentralen Markt von Grosny verdient. Zwei Tage vor den Flugzeug-Attentaten seien die beiden Frauen an einem Busbahnhof in der benachbarten Kaukasus-Republik Dagestan gesehen worden, wo sie einen Bus bestiegen. Augenzeugen könnten sich allerdings nicht an das Ziel der beiden Frauen erinnern, berichtete "Iswestija".

Die russischen Behörden konzentrieren ihre Ermittlungen derzeit auf die beiden Frauen. Sie waren die einzigen unter den 90 Toten der beiden Flugzeugcrashs, nach denen sich keine Angehörigen erkundigt hatten. Außerdem waren die Teile ihrer Leichen nach den Abstürzen weiter verstreut als die anderer Passagiere.