russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



27-08-2004 Luftfahrtkatastrophe August 2004
Die Presse in Russland: Tschetschenische Spur bei den Abstürzen aufgedeckt
Die Such- und Bergungsoperation an den Absturzstellen der Flugzeuge Tu-134 und Tu-154 in den Gebieten Tula und Rostow sind am Vortag abgeschlossen worden. Verkehrsminister Igor Lewitin, Leiter der staatlichen Ermittlungskommission, erklärte, dass die Flugzeugunglücke höchstwahrscheinlich miteinander verbunden sind, schreibt „Kommersant".

Unterdessen hat bereits die Suche nach mutmasslichen Terroristinnen begonnen: Verdächtigt werden zwei Tschetscheninnen.

Wie ein ranghoher Mitarbeiter des Innenministeriums Tschetscheniens mitteilte, seien Anfragen aus Moskau in bezug auf zwei aus Tschetschenien stammende Frauen eingetroffen. Es handelt sich um die offiziellen Listen der Opfer genannten „S. Dschebirchanowa", die mit der Tu-154 der Fluggesellschaft Sibir geflogen ist, und „Amanta Salm. Nagajewa", Passagierin der Tu-134 der Gesellschaft Wolga-Aviaexpress. In der letzteren Fluggesellschaft erfuhr die Zeitung, dass sich keine Angehörigen Nagajewas im Unterschied zu den Verwandten der anderen Fluggäste an sie gewandt haben. Erinnert man sich an die spektakulären Terrorakte der Selbstmordanschlägerinnen, so hat sich ebenfalls niemand außer der Sicherheitsdienste für ihr Schicksal interessiert.

Außerdem verwiesen einige von der Zeitung „Wremja nowostej" befragten Experten auf eine weitere Besonderheit der beiden Flugzeugunglücke: In beiden Fällen wurden der Cockpit- und der Heckteil in einer großen Entfernung voneinander gefunden. Falcheute verweisen darauf, dass die Rumpffestigkeit eine der Besonderheiten der Konstruktionen von Tu-134 und Tu-154 ist. Die Tatsache, dass sie in einer großen Höhe „auseinandergebrochen" sind, wo sie sich dazu noch in einem horizontalen Flug befanden, ist äußerst außergewöhnlich.

Für die Terror-Version spricht auch die Tatsache, dass die Piloten in beiden Fällen keine Zeit hatten, Kontakt zum Bodendienst aufzunehmen. Dies geschieht in der Regel bei einem Undichtwerden des Innenraums und führt infolge eines starken Druckunterschieds zu einem sofortigen Tod der Insassen. Dabei stürzen sowohl die Tu-134 als auch die Tu-154 selbst beim Ausfall aller Antriebe nicht gleich wie die Steine zu Boden, sondern sie können schweben: In der 10 000 Meter Höhe hätten die Piloten mindestens rund zehn Minuten Zeit bis zum Zusammenstoß mit der Erde. (RIA)