russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



26-08-2004 Luftfahrtkatastrophe August 2004
KGB-Experte kommentiert Flugzeugabstürze
Bei den Abstürzen der Maschinen Tu 134 und Tu 154 in der Nacht zum Mittwoch in Russland sind nach einigen Angaben 93 Personen ums Leben gekommen. Die Flugzeuge sind praktisch gleichzeitig in der Luft explodiert, schreibt „Kommersant" am Donnerstag.

Wladimir Michailow, erster Leiter der Abteilung Explosionstechnik des KGB der UdSSR, erklärte in einem „Kommersant"-Interview: „Ich würde mich nicht mit der Behauptung beeilen, bei den Flugzeugabstürzen seien keine Merkmale von Terrorakten zu verzeichnen".

Nach seinen Worten seien 1979 nach einigen Flugzeugunglücken mehrere Maschinen im Auftrag der KGB-Leitung auf dem Boden gesprengt worden. Wie es sich dabei herausstellte, müssen alle Teile der Maschine eingesammelt und in einem separaten Hangar zusammengelegt werden. Anschließend muss jedes einzelne Teil einer chemischen Analyse unterzogen werden, um die Ursache des Flugzeugunglücks fehlerlos festzustellen. Dazu reicht ein Tag nicht aus, ja noch nicht einmal ein Monat. Beliebige Erklärungen vor diesen Untersuchungen sind Spekulationen.

Um ein Flugzeug zu sprengen, würden 200 Gramm ausreichen, wenn man genau weiß, wo und wie man den Sprengsatz richtig deponieren muss, behauptet Michailow. Innerhalb einiger Stunden ist es aber äußerst kompliziert, die Explosionsstelle zu finden.

Als Experte findet Michailow mehrere Momente der jüngsten Unglücke besorgniserregend. Erstens: Die vorangegangene Explosion an einer Haltestelle (laut einigen Versionen sollte sie die Aufmerksamkeit ablenken). Zweitens: Die Tatsache, dass sich die Unglücke wenige Minuten vor der vollen Stunde ereignet haben. „Wie ich gehört habe, ist alles drei bzw. fünf Minuten vor einer vollen Stunde passiert", so Michailow. „Üblicherweise geschieht das, wann man eine Uhr verwendet." Drittens: Beide Flugzeuge sind aus ein und demselben Flughafen abgeflogen und hatten Inlandsflüge zu absolvieren, bei denen die Sicherheitskontrolle beträchtlich schwächer ist. Beide flogen in Richtung Süden, wo es jetzt unruhig ist.