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17-09-2007 Armenien
OSZE will Bergkarabach-Konflikt nicht an UNO weiterleiten
Die Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die im Bergkarabach-Konflikt vermittelt, will die Angelegenheit nicht an die Vereinten Nationen weiterleiten, teilte der russische Co-Vorsitzende der Minsker Gruppe, Juri Mersljakow, am Montag in der armenischen Hauptstadt Jerewan mit.




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So kommentierte er die Anregung der Organisation GUAM (Georgien, Ukraine, Aserbaidschan und Moldawien), schleichende Konflikte im postsowjetischen Raum, zu denen auch der um Bergkarabach zählt, auf die Tagesordnung der UN-Vollversammlung zu setzen. Der französische Vorsitzende der OSZE-Gruppe, Bernard Fassier, sagte seinerseits, das Format der Verhandlungen könne in der nächsten Zeit nicht geändert werden.

Die Verantwortung für die Beilegung des Streites liege bei den Co-Vorsitzenden der Minsker OSZE-Gruppe (Russland, USA und Frankreich), sagte Fassier. „Für die Co-Vorsitzenden ist offensichtlich, dass eine Änderung des Verhandlungsformats in der nächsten Zeit unmöglich ist“, betonte er.

Dabei setzte sich Fassier für die Einbindung Bergkarabachs in die Verhandlungen ein. „Über kurz oder lang muss das passieren“, sagte er.

Mersljakow, Fassier und der US-amerikanische Co-Vorsitzende der Minsker OSZE-Gruppe, Matthew Bryza, waren am Samstag in Jerewan eingetroffen. Am Sonntag besuchten sie Stepanakert, die Hauptstadt von Bergkarabach, und verhandelten mit dem Präsidenten der abtrünnigen Provinz, Bako Saakjan. Am Dienstag reisen die Co-Vorsitzenden nach Baku.

Bergkarabach ist ein Gebiet in Aserbaidschan, das mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird. Kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion 1991 stimmten 99,89 Prozent der Einwohner der Region bei einem Referendum für die Abtrennung von Aserbaidschan, wonach es zu einem blutigen Krieg mit rund 15 000 Toten und einer Million Flüchtlingen kam. Aserbaidschan verlor dabei die Kontrolle über Bergkarabach und sieben anliegende Regionen. Seit der Ausrufung der Waffenruhe im Jahr 1994 verbesserte sich die Situation nicht wesentlich. Bis heute gibt es keinen Durchbruch in der Beziehung zwischen Armenien und Aserbaidschan. Seit 1992 bemüht sich die Minsker OSZE-Gruppe um die Beilegung des Streites. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. [ria-novosti]