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14-09-2004 Armenien
Armenisches Parlament erörtert Entsendung armenischer Friedenstruppen nach Irak
Im armenischen Parlament wird in der nächsten Zeit die Entsendung armenischer Friedenstruppen nach Irak diskutiert werden. Das sagte Artur Bagdasarjan, Vorsitzender der Nationalversammlung von Armenien, gegenüber Journalisten.

Laut Bagdasarjan handelt es sich dabei um die Entsendung einer begrenzten Anzahl von Soldaten und nicht eines militärischen Großverbandes.

Am 06. September unterzeichneten der armenische Präsident Robert Kotscharjan und der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski ein Abkommen über die Zusammenarbeit der beiden Länder im Bereich der Sicherheit. Im Rahmen dieses Abkommens wird ein 50 Mann starkes armenisches Kontingent nach Irak entsandt werden, wo es sich an die Koalitionstruppen unter polnischem Kommando anschließen wird.

Laut dem armenischen Verteidigungsminister Sersch Sarkissjan hat die Regierung beschlossen, Soldaten nach Irak zu entsenden, weil Armenien sich trotz der Größe des Landes und dessen Entfernung von Europa als Teil Europas fühlt.

Früher hatte der stellvertretende Verteidigungsminister Armeniens, Generalleutnant Juri Chatschaturow, die Entscheidung der Landesregierung, armenische Friedenstruppen nach Irak zu entsenden, zwiespältig bewertet. Laut Chatschaturow könnten sowohl die armenische Gemeinde als auch die Armenier als Ganzes Probleme deswegen in Hinsicht auf die Sicherheit der Offiziere bekommen.

Dabei stellte Chatschaturow fest, dass die endgültige Entscheidung dem Parlament überlassen bleibe. "Das Parlament kann die Entscheidung auch nicht bekräftigen, wir werden auf jeden Fall jeden gegebenen Befehl ausführen", sagte er.

Die Demokratische Partei Armeniens, die im Parlament durch einen Abgeordneten vertreten ist, hat am 14. September eine Erklärung verbreitet, in der dieser Schritt der Behörden als unbesonnen und gefährlich qualifiziert wird.

Die Partei meint, diese Entscheidung stehe im krassen Widerspruch zu den Interessen der armenischen Nation und der staatlichen Sicherheit und stelle vor allem für die friedliche Existenz der 25 000 Personen starken armenischen Gemeinde in Irak sowie für die in muslimischen Ländern lebenden Armenier eine Bedrohung dar.

Die Demokraten verurteilen die Absicht der armenischen Behörden, Truppen nach Irak zu entsenden, und rufen die Parlamentsabgeordneten auf, sich gegen die Ratifizierung dieses Abkommens einzusetzen, heißt es in der Erklärung der Demokratischen Partei. (RIA Nowosti-Korrespondent Gamlet Matewossjan)