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05-05-2006 Armenien
Trauer in Russland und Armenien um die Opfer der Flugzeugkatastrophe
Nach der Katastrophe des Flugzeuges A-320 der armenischen Fluggesellschaft Armavia, bei der alle 113 Insassen ums Leben gekommen waren, wurde für den 5. Mai in Russland und Armenien Staatstrauer verkündet.

In Armenien wird die Trauer zwei Tage, am 5. und 6. Mai, dauern.
In der Botschaft Armeniens in Moskau liegt ein Kondolenzbuch für alle Besucher aus.
Die zentralen russischen TV-Kanäle werden am Trauertag keine Unterhaltungsprogramme ausstrahlen.


Russlands Premier Michail Fradkow hat eine Anordnung über die Bildung einer Regierungskommission unterzeichnet, die den Familien der Opfer helfen und die Folgen der Flugzeugkatastrophe beseitigen soll. Die armenische Regierung wird je 3400 US-Dollar für die Beisetzung jedes Bürgers des Landes bereitstellen, der bei der Katastrophe ums Leben kam.

Der Leiter der Fluggesellschaft Armavia, Michail Bagdasarow, erklärte seinerseits, dass die Familie jedes Verunglückten etwa 20 000 US-Dollar als Versicherungsprämie bekommen wird.

Erste Opfer des Absturzes im Schwarzen Meer nach Armenien überführt

Nach dem Absturz eines armenischen Passagierflugzeugs über dem Schwarzen Meer sind die ersten Todesopfer in ihre Heimat überführt worden. 26 Leichen seien mit einem Flugzeug des russischen Katastrophenschutzministeriums in die armenische Hauptstadt Eriwan gebracht worden, teilte eine Sprecherin der Fluggesellschaft Armavia am Freitag mit. Angehörige, die am Unglücksort Kränze ins Meer geworfen und bei der Identifizierung der Opfer geholfen hatten, trafen ebenfalls in Eriwan ein.

Suchmannschaften am Schwarzen Meer arbeiten unter Hochdruck

Nach dem Absturz eines armenischen Passagierflugzeugs über dem Schwarzen Meer haben die Suchmannschaften ihre Bemühungen um die Bergung der Opfer und die Suche nach den Flugschreibern verstärkt. Bis Donnerstagmorgen wurden 53 Leichen geborgen, wie die Nachrichtenagentur ITAR-TASS meldete. 20 von ihnen seien bislang identifiziert worden. Die Retter arbeiteten die ganze Nacht hindurch. Mit Spezialsonden sollte auf dem Meeresgrund nach dem Flugdatenschreiber und dem Stimmaufzeichnungsgerät aus dem Cockpit gesucht werden. Sie könnten Hinweise auf die Unglücksursache geben. Angehörige der 113 Todesopfer wollten am Donnerstag die Absturzstelle besuchen.

Er hoffe, dass die Flugschreiber noch im Laufe des Tages gefunden werden könnten, sagte der russische Verkehrsminister Igor Lewitin. Die Trümmer des Airbus 320 liegen in mehr als 400 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Ein französisches Spezialistenteam sollte bei der Suche helfen.

Die Hinterbliebenen begannen, anhand von Fotos der bisher geborgenen Leichen ihre Lieben zu identifizieren. Zwei Menschen waren am Mittwoch in Ohnmacht gefallen, als sämtliche Angehörigen gleichzeitig zu einer Wand in einem Hotel in Sotschi stürzten, wo die Fotos der Toten ausgehängt wurden.

"Die Fotos sind schrecklich. Wie müssen sie gelitten haben", sagte die 36-jährige Tamara Mkrtschan am Donnerstag. Sie verlor bei dem Unglück ihren Mann Markar und die 17 Jahre alte Tochter Flora sowie zwei weitere Angehörige - alle vier waren auf dem Rückflug von einer Hochzeitsfeier in Eriwan gewesen. "Meine Tochter hatte eine Vorahnung. Sie hatte Angst, das Flugzeug zu nehmen, und dass es ins Meer fallen könnte", berichtete Mkrtschan. "Ich habe ihr noch vorgeschlagen umzubuchen, aber sie wollte nicht."

Der Airbus 320 der Fluggesellschaft Armavia war in der Nacht zum Mittwoch beim Landeanflug auf dem Flughafen des beliebten südrussischen Badeorts Sotschi ins Meer gestürzt. Alle 113 Insassen an Bord kamen ums Leben. Die Behörden vermuten schlechtes Wetter als Ursache; zum Zeitpunkt des Absturzes herrschten heftiger Regen und schlechte Sicht. Die russischen Behörden schlossen einen Terroranschlag aus.

Der Flughafen von Sotschi liegt zwischen Bergen und dem Meer und ist nach Expertenangaben auch bei guten Wetterverhältnissen schwierig anzusteuern. Russische Zeitungen spekulierten am Donnerstag über die Unglücksursache. Sie vermuteten, einflussreiche Passagiere an Bord könnten trotz der schlechten Sicht auf einen Landeversuch gedrungen haben. Ein Blatt spekulierte über Treibstoffmangel. Der "Kommersant" ging von einer Kombination zwischen Fehlverhalten der Crew und schlechten Wetterbedingungen aus. [ RIA Novosti / afp / russland.RU – die Internet - Zeitung ]