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20-04-2006 Armenien
EU fordert Stillegung des Armenischen Kernkraftwerkes
Die Europäische Union ist an einer Stillegung des Armenischen Kernkraftwerkes interessiert, sagte Hans Winkler, Staatssekretär im österreichischen Außenministerium, am Donnerstag in der armenischen Hauptstadt Jerewan.

Winkler steht an der Spitze einer EU-Delegation, die am Donnerstag in der kaukasischen Republik eingetroffen ist.

In dem armenischen Kernkraftwerk werden überholte Technologien verwendet, die dem Stand der Technik nicht mehr entsprechen, äußerte der österreichische Diplomat auf einer Pressekonferenz, die er gemeinsam mit dem armenischen Außenminister Wardan Oskanjan abhielt. Deshalb wünsche sich die Europäische Union die Stillegung des Kraftwerkes.

Zugleich stellte Winkler fest, dass jedes Land berechtigt sei, diese Frage selbständig zu entscheiden.

Die Europäische Union sei an einer Diversifizierung der armenischen Energiewirtschaft interessiert und könnte dem Land bei der Entwicklung alternativer Energiequellen finanziell beistehen.

Das Armenische Kernkraftwerk war 1980 in Betrieb genommen worden. Im März 1989 musste es aus politischen Gründen stillgelegt werden. 1995, vier Jahre nach der Erlangung der Unabhängigkeit durch Armenien, wurde das Kraftwerk wieder in Betrieb gesetzt, weil das Land von einer schweren Energiekrise befallen wurde.

Ausgestattet mit einem russischen Reaktor des Typs WWER-440 der ersten Generation, erzeugt die zweite Energieanlage des Kraftwerkes bis zu 40 Prozent der gesamten in Armenien produzierten Elektroenergie. Laut Experten kann das Kraftwerk bis zum Jahr 2016 in Betrieb bleiben.

Die Europäische Union besteht auf einer Konservierung des Kernkraftwerkes und stellt hierfür 100 Millionen Euro in Aussicht. Um in Armenien alternative Energiekapazitäten zu bauen, wäre laut Schätzungen armenischer Experten jedoch fast eine Milliarde Euro notwendig. [ RIA Novosti ]