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14-04-2004 Armenien
Rosenrevolution auch in Armenien?
Im November 2003 erlebte Georgien einen Machtwechsel, der als Rosenrevolution in die Geschichte eingegangen ist. Die Georgien Nachrichten hatten am geschichtsträchtigen Wochenende Ende November zeitnah über die Ereignisse in Tbilisi berichtet,


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die mit der Erstürmung des Parlamentes begangen und mit dem Rücktritt des Präsidenten Eduard Schewardnadse endeten.

Alles mediengerecht zwischen Samstag Mittag und Sonntag Abend.

Die Rosenrevolution wurde zwar von georgischen Schultern getragen, jedoch kam diese nicht ohne Hilfe aus dem Ausland zustande. Wichtig dabei war die Schulung von Protestierenden und Oppositionellen durch die Menschen aus Serbien, die vor rund 4 Jahren den Sturz des Regime Milosevic eingeleitet hatten. Die Techniken zur Einleitung einer friedlichen Revolution kamen Georgien zugute.

Bei einem Besuch in der Ukraine Anfang 2004 sagte der mit der Rosenrevolution an die Macht gekommene georgische Präsident Micheil Saakaschwili, auch hier werde die Regierung nicht mehr lange an der Macht bleiben können. Doch nun scheint es, daß eine ähnliche Situation in einem direkten Nachbarland Georgiens entsteht: in Armenien.

In der armenischen Hauptstadt Eriwan ist es in den letzten Tagen mehrfach zu Demonstrationen und Unruhen gekommen. Die Opposition hatte zu Kundgebungen aufgerufen, bei der sie der Regierung Kotscharian Wahlfälschungen vorwarf.

Am 12. April hatten sich bis zu 15.000 Demonstranten zu einem friedlichen Protestmarsch zusammengeschlossen.
Die Polizei blockierte ihren Weg zum Präsidentenpalast. Rund 2.000 Demonstranten entschlossen sich dazu, die Nacht auf der Straße zu verbringen.

Am Dienstag morgen begann die Polizei damit, diese friedliche Kundgebung mit Gewalt aufzulösen. Dabei setzte sie Wasserwerfer und Tränengas ein. Rund 30 Demonstranten wurden verletzt, die Hälfte von ihnen schwer, ein Demonstrant befindet sich in ernster Verfassung.

Die Proteste hatten sich verschärft, nachdem die Polizei die Büros zweier Oppositionsparteien durchsucht und geschlossen hatte. Nach Angaben des Präsidenten Robert Kotscharian bedrohten diese die "verfassungsmäßige Ordnung" in Armenien. Auch gegen mehrere Journalisten ging die Polizei mit Gewalt vor.

Mehrere Organisatoren der Proteste warfen der Regierung Kotscharian nun vor, Terror gegen die eigene Bevölkerung ausüben zu wollen und nannten die Polizeiaktion einen barbarischen Akt.

Die Rosenrevolution in Georgien hatte ohne größere Anwendung von Polizeigewalt begonnen. Es wird sich zeigen, ob der Export der Strategie zum Nachbarn erfolgreich verläuft. ( IBK / Eurasianet - Georgien Nachrichten )