Putin, Puschkin, Puatschows – wen betrachten die Russen als VorbilderFoto: A. Puschkin, russland.NEWS

Putin, Puschkin, Puatschows – wen betrachten die Russen als Vorbilder

Ist es notwendig, im Leben eine Autorität zu haben, zu der man aufschauen kann? Die Mehrheit der Russen glaubt, dass Autoritätspersonen notwendig sind (85 Prozent), und nur 11 Prozent sind der Meinung, dass sie ohne Vorbilder auskommen können. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut WZIOM vom 15. Dezember.

Wem vertrauen die Russen am meisten? An erster Stelle steht, wer hätte es gedacht, der russische Präsident Wladimir Putin mit 16 Prozent. Dicht dahinter folgen Verteidigungsminister Schoigu (fünf Prozent), Außenminister Sergej Lawrow (vier Prozent) und Premierminister Michail Mischustin (drei Prozent). Verwandte (Vater, Mutter, Großmutter, Großvater und Kinder) stehen hinter prominenten Politikern zurück. Für drei Prozent der Befragten sind sie eine Autorität.  Wissenschaftler und Akademiker erhielten ebenfalls jeweils drei Prozent. Interessanterweise ist die überwältigende Mehrheit (82 Prozent) derjenigen, die Kinder haben, davon überzeugt, dass sie eine Autorität für ihre Kinder darstellen. Elf Prozent glauben, dass ihre Kinder andere Autoritäten haben, während 7 Prozent unentschieden sind.

Dagegen gaben 20 Prozent der Russen an, dass sie gar keine Autoritäten haben.

Die Meinungsforscher fragten die Russen, ob es in ihrem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis Menschen gibt, auf deren Meinung sie hören.  Für 35 Prozent der Befragten hören ist die Meinung der Eltern wichtig, 29 Prozent hören auf ihre Freunde, 17 Prozent berücksichtigen die Meinung von Kindern oder Enkeln und Geschwistern und 20 Prozent – auf andere Verwandte. Jeder Fünfte (20 Prozent) hat keine Personen, deren Meinung für sie wichtig ist.

Zu den berühmten Namen, die die Russen als Autorität für sich selbst nannten, gehörten Josef Stalin und Alexej Nawalny mit jeweils zwei Prozent sowie Fjodor Dostojewski, Juri Gagarin und Alexander Puschkin mit jeweils einem Prozent. Auch der Name der Politikwissenschaftlerin Ekaterina Shulman, die bereits mehrmals von russland.NEWS interviewt wurde, erschien auf der Liste der Autoritätspersonen.

„Die Menschen erkennen diejenigen als Autoritätspersonen an, die die Werte, die sie teilen, gestalten und fördern. In der heutigen Welt, in der sich die Position einer einzigen moralischen Autorität oder Bezugsgruppe im Informationsfluss auflösen kann, ist es besonders wichtig, eine humanistische Haltung zu bewahren. Den Russen ist es einerseits gelungen, sich erfolgreich gegen den moralischen Nihilismus der Postmoderne zu wehren und andererseits ideologische Extreme zu vermeiden. Zwei weitere wichtige Eigenschaften unserer Mitbürger sind die Fähigkeit, die sie umgebenden Autoritäten zu erkennen und ihre Verantwortung zu verstehen, wenn andere uns als Autoritäten betrachten“, kommentierte der Direktor für strategische Entwicklung von WZIOM Stephan Lwow die Umfrageergebnisse.

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