102-Jähriger Russlanddeutscher aus dem Ural besucht Spiel Spartak-Dynamo

Bei Spartak Moskau läuft es gar nicht rund in dieser Saison. Der russische Rekordmeister läuft seiner Form weiter hinterher und liegt nur im Mittelfeld der Premierliga. Am Wochenende steigt das Hauptstadtderby gegen Dynamo. Gast im neuen Spartak-Stadion wird ein 102-Jähriger aus dem Ural sein, der den typisch deutschen Namen Otto Fischer trägt.

Fischer lebt im Gebiet Tscheljabinsk, ist aber eigentlich Wolgadeutscher, der in Moskau zur Schule ging. 1941 wurde er, der früh seine Eltern verloren hatte, deportiert, als Stalin nach Kriegsbeginn alle Russlanddeutschen zu potentiellen Kollaborateuren abgestempelt hatte. Seine Liebe für den Fußballverein Spartak aus der russischen Hauptstadt hat er sich bewahrt und fiebert für die Rotweißen aus der Ferne.

„Wo ich wohnte, war in der Nähe ein Stadion. Wir gingen immer zu den Spielen unserer geliebten Mannschaft „Pischtschewik“, die später in Spartak umbenannt wurde. Ich bin bis heute Fan und sehe mir alle Spiele im Fernsehen an“, sagte Fischer gegenüber der Zeitung „Sowetski Sport“.

Das wird sich an diesem Wochenende ändern – der 102-Jährige hat von Spartak-Fans, die im Internet gelesen hatten, dass der älteste Anhänger ihres Clubs im Ural lebt, eine Einladung zum Spiel gegen Dynamo bekommen und wird sie wahrnehmen. „Wenn es klappt, schieße ich einen Elfmeter gegen Dynamo“, scherzt er.

Fischer hat die Chance, bei der WM 2018 in Russland der mit Abstand älteste aktive Fan zu werden. Vielleicht werden die Organisatoren der Mundiale auf ihn aufmerksam und ernennen ihn zum Botschafter des Weltereignisses? Russlands Image würde das sicher guttun.

[sb/russland.RU]